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Ostküste - Eine weite aber wunderbare Reise

Gestartet in ByronBay, 12 Tage immer gen Norden gereist, bin ich gestern 1525 km nördlich in Townsville, bzw. direkt nebenan auf Magnetic Island, meinem letzten Stopp an der Ostküste angekommen. Hier werde ich nun noch 2 Tage verbringen, bevor ich von Townsville aus nach Sydney fliege.

Was also habe ich die letzten 12 Tage getrieben?

Von ByronBay aus ging es zunächst nach SurfersParadise, nur das das mit Paradies so gar nichts zu tun hat. Es ist der Australische Versuch Miami, Las Vegas oder iwie sowas nachzumachen. Hochhaus neben Hochhaus, Hotelkomplexe aneinader gereiht dazwischen Clubs, Casinos, Bars, Restaurants und naja immerhin noch ein Strand. In allen Hostelräumen steigt die Party, in allen Hostelräumen? Nein ein ein kleines gallisches 4-Bett Zimmer (Japaner, Pole, Schweizer), dem ich zugeteilt worde wehrte sich hartnäckig gegen die aufkommende gute Stimmung und ging früh schlafen... Beim Versuch nur halbbetrunkene coole Leute zu treffen um mit denen loszuziehen gnadenlos gescheitert, halte ich fest: 95% der Leute sind unter 20, 99% der Leute sind Sturzbetrunken um 8 Uhr abends (ohne die 3 im Hotelzimmer wären es 100%) und es herrscht allgemein SpringBreak Stimmung... Ich bin also nüchtern, auf mein nüchternes Zimmer zurück gekehrt und habe beschlossen, dass mir eine Nacht in diesem möchtegern Miami reicht.

Am nächsten morgen gings dann über Brisbane nach Noosa. Nachmittags dort angekommen, stelle ich erstmal fest Noosa ist ein riesiges Dorf. Man läuft stundenlang wenn man Iwo hinwill, und um 5.30 Uhr schließen Samstags alle! Supermärkte... Also 40 min zurück zum hostel laufen, um dort ne Pizza in der Hostelbar zu futtern, immerhin die hatte offen. Mit 2 Engländern, 2 Schweden, 4 Schwedinnen und nem deutschen den Abend verbracht und meine Stimmung zurück auf das Level vor Surfers gebracht. Am nächsten morgen im hellen wird mir dann auch klar warum man in Noosa stundenlang zu Fuß braucht... Noosa besteht einfach aus mehr Wasserstraßen als aus normalen Wegen. Jedes Haus hat einen eigenen Bootssteg und halbwegs clevere Leute benutzen zum durch die Stadt bewegen ein Fahrrad(gibts im Hostel umsonst), ein Kanu(gibts auch im Hostel umsonst), ein Boot oder die Fähre. Ich war zwar noch nie in Venedig, aber vllt ist es so ähnlich, nur mit Palmen, Stränden, und karibischen flair. Iwie erinnert mich Noosa dann wirklich ein wenig an Florida, aber es ist im Gegensatz zu Surfers einfach schön mit riesigen Nationalparks, langen Stränden, einem großen Fluss und einfach Wasser und Strand überall.

Abends ging es dann ins nahegelegene Rainbowbeach, da von da aus am nächsten Tag meine Tour nach Fraser Island startet. Auf der Busfahrt hab ich Mimi, ne 26 Jahre alte Stuttgarterin kennen gelernt. Rainbow selber ist ein Kaff, 3 Hostels, 1 Pizzaria, 1 Fish&Chips laden, 1 kleiner Supermarkt und ein Getränkemarkt. Das wars. Im Hostelzimmer lerne ich Hong kennen, nen lustiger Deutsch-Vietnamese aus Niedersachsen.

Am nächsten morgen gehts früh los, es sind noch einige Vorbereitungen zu treffen. Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt, es gibt keine Straßen, daher gehts in Geländewagen mit Allradantrieb auf die Insel. Pro Auto 8 Personen, 4 Autos fahren in einer Kolonne, 2 Kolonnen gibt es in unserer Tourgruppe, sprich 64 Personen. Mit dem nan im Auto sitzt ist Zufall, ich habe Glück! Andere Autos sind komplett aus Leuten einer Nation und alle wollen fahren. Ich Sitze im Auto mit einem Schwedischen Paar(Jakob+Caroline 21/21), einem deutschen Paar(Matthias&Barbara 23/22), einer Holländerin (Lotti 25), ihrem Cousin Tom (27) und Jana einer 18 jährigen Deutschen. Das schwedische Paar traut sich nicht zu den Wagen zu fahren, Barbara und Jana trauen sich das nur im festen Sand am Strand zu. Bleiben nur 4 Fahrer für anspruchsvollere Abschnitte :-) Wir wissen jedoch nicht wann welcher Abschnitt dran ist, das wird uns immer kurz vorher gesagt.
Tom fährt den ersten Part, da es über Straßen zur Fähre geht, er vom Campervan den Linksverkehr gewohnt ist und dann bis zum Mittagessen. Da gönnt er sich mit Matthias nen Bierchen. Und Zack die Ansage kommt, am Nachmittag gehts zum Lake Mckenzie, das ist die anspruchsvollste Strecke und die einzige durch den tiefen Sand und durch die engen Regenwaldstraßen im Inselinneren. Lotti und ich können uns ein kleines oder großes grinsen nicht verkneifen, als Tom und Matthias über ihr Mittagsbier fluchen. Aus 8 wurden 2 Fahrer :-) Ich fahre hin, Lotti zurück. Und ich hatte noch nie soviel Spaß am Autofahren, Hügel hoch, Hügel runter. Schlaglöcher im Sand ohne Ende, tiefer Sand, noch tieferer softsand, Schräglagen und immer rechts und links von der einspurigen Piste der Regenwald. Durch Walki Talkis sind wir per Funk mit einem Guide verbunden, der im ersten Auto der Kolonne die Wege vorgibt und uns bei besonders schweren stellen 1st-gear oder fullpower zuruft, ansonsten ist jeder Fahrer auf sich gestellt, ich hab mich einmal kurz festgefahren, komme aber mitm Rückwärtsgang raus. Die anderen Autos in der Kolonne müssen jeweils einmal freigebuddelt und angeschoben werden. Da zeichnen sich bei Lotti und mir vllt doch die 7-8 Jahre Fahrerfahrung aus, die die 18-19 jährigen in den anderen Autos nicht haben :D
Achja Lake Mckenzie ist wunderschön, ein Frischwassersee, mit sämtlichen verschiedenen Blautönen wunderschonem weißen Strand und umgeben von Regenwald! Abends in der Campsite sind noch 3 andere Touren, was passiert wenn 200 Leute zwischen 18 und 30 zusammen Campen muss ich wohl keinem erklären, unfassbare Party. Man bleibt aber doch größtenteils in seiner Autogruppe zusammen, da Getränke, Essen, Kochen und alles mit der Autogruppe geteilt wird. Quasi eine kleine Fraser-Island-Familie. Wir haben uns dann noch mit Hongs Auto zusammen geschlossen und die Abende zusammen verbracht. Hong war in der gleichen Kolonne und unterwegs mit noch einer deutschen(Cristin), 2 Schweden(Oscar, Dennis) und 4 Schwedinnen(Karolin, Rebekka, Josephine, Anna). Zusammen ergaben wir 16 eine unschlagbar lustige Gruppe. Tom und ich wurden für Brüder gehalten, ok wir haben den gleichen Haarschnitt, sehen nicht völlig verschieden aus aber vor allem haben wir uns super verstanden und iwie ein sehr ähnliches bzw. identisches Verhalten in einfach allen Situationen (Humor, Trinken, Essen, Kochen, Fahren, Frauen... einfach überall :D ). Ansonsten insbesondere mit Lotti, Hong und Oscar mich gut verstanden und einiges an Zeit mit denen und mit Karolin verbracht. Tag 2 und 3 auf fraser waren teilweise bewölkt, teilweise regnerisch bis sehr stark regnerisch :D Tat der Stimmung aber keinen Abbruch und zu allen Highlights, auf der Insel hats dann immer genau aufgehört zu regnen.
(Ein eiskalter Bach mit starker Strömung wo man sich treiben lassen kann -auch Hangover Creek genannt; nen Schiffswrack; Champaign Pools - da sprudelt es im Wasser; Indian Head - nen Felsen der ins Meer geht von dem aus die Aboriginees damals die Schiffe von Thomas Cook ausmachten und man bei besserem Wetter Haie, Delphine und Wale sehen kann; Lake Wabi, ein grüner 14 meter tiefer frischwasser See, zu dem man ne Stunde durch Regenwald und über riesige Sanddünen wandert) Achja am Strand bin ich dann ganz zum Schluss auch noch kurz auto gefahren, aber von den Wellen auf die man aufpassen muss abgesehen, fühlt sich das ziemlich nach auf der Straße fahren an, da man auf dem harten, nassen Sand fährt.

Zurück in Rainbowbeach habe ich zusammen mit den 6 Schweden aus Hongs Auto(Oscar, Karo etc.) den Overnightbus nach AirlieBeach genommen. Der hat für die Strecke auch nur 15 Stunden gebraucht. Und es hat so in strömen geregnet, dass mein Backpack, welcher im Stauraum des Busses war und alles in dem Backpack hinterher komplett Nass war... Auf der Busfahrt ist im übrigen auch der letzte Blogeintrag entstanden ;-)

In Airlie Beach dann festgestellt, dass Veronika, eine Handball Mannschaftskollegin von meiner Mitbewohnerin aus Karlsruhe, mit der ich ab und zu mal feiern war, auch grade in Airlie Beach ist. Da wurde sich natürlich erstmal aufnen Bierchen, Reisegeschichten austauschen und Foto machen für Eva, getroffen :D
Am Abend noch was mit 5 Amis unterhalten und dann aber recht Müde früh im Bett gewesen.
Nächste Morgen: 8 Uhr boarding auf Kiana, dem 2 Mast-Segelschiff, auf dem ich die nächsten 3 Tage verbracht habe. Mit mir auf dem Schiff waren Andrew (24, Ami), David (34, Malta), Lena und Jule (19, Bielefeld), Lenas Eltern, nen britisches und irisches Pärchen, Melli(30, Leverkusen) und kaum zu glauben aber war Miri(30, Düsseldorf-Grafenberg, Ostparksiedlung :D :D :D), Am ersten Tag ging es Rund um die Whitsunday Islands mit einem 3 Stunden Aufenthalt in Whitehaven Beach. Der größte und weißeste Strand den ich je gesehen habe. Und wir waren Komplett alleine dort... Am Abend haben wir dann inner Bucht in den Inseln geankert und es gab wie die ganzen 3 Tage Überragendes Essen an Board. Der zweite Tag begann mit einer Runde Schnorcheln in der Bucht und anschließend meinem ersten Tauchgang. Total Strange... 6,5 Meter unter dem Meeresspiegel im ersten Tauchgang. Nur gesehen har man nicht sooo viel, da es die Tage vorher viel geregnet hat war iwie das Wasser trüb. Aber es war ein Erlebnis. Danach ging es 50 km raus aufs offene Meer ins outer Great Barrier Reef.
Zunächst geschnorchelt, die Tide war noch so hoch das man genau über den Korallen schnorcheln konnte. Im Sonnenschein 1 Meter unter der Wasseroberfläche strahlten die in allen nur denkbaren Farben, genauso wie die vielen vielen Fische die da so rumschwimmen. Anschließend ging es zum zweiten Tauchgang, diesmal mitten im Great Barrier Reef, 13 Meter tief sollte es runter gehen, ich musste nach 7,8 abbrechen... Der Druckausgleich im rechten Ohr funktionierte nicht.Und bevor was kaputt geht dann lieber noch ne Runde schnorcheln und aufs Tauchen verzichten. Die anderen sahen unten auf 13 Metern 2 meter große Haie und Seeschlangen, dafür habe ich in einer Anemone Nemo entdeckt. Die Nacht sind wir da geblieben und ich hab noch nie einen solchen Sternenhimmel gesehen. Der ganze Himmel war voll Sternen und die Milchstraße deutlich zu erkennen. Und als ob das noch nicht genug sei, tauchte plötzlich neben dem Boot eine riesige Schildkröte auf. Schaute uns an und muss sich gedacht haben warum schreien die denn alle "Turtle come here!" Ich schätze die Schildkröte mal so auf 1,5 Meter. Total der Wahnsinn. Am dritten Tag gibts nochmal schnorcheln und dann wurde zurück zu den Whitsundays und dann nach Airlie gesegelt. Am Abend dann im Biergarten in Airlie mit Miri, Melli, Dave und Andrew noch was gefeiert. Dort dann auch noch Jana von Fraser und Mimi von der Busfahrt nach Rainbow und Fraser wieder getroffen. Und als meine Segelleute im Bett waren dann mit Mimi, ner Französin und nen australischen Junggesellenabschied durch Airlie gezogen.

Gestern morgen dann leicht verkartert aufgewacht, in den Bus gestiegen, mit der Fähre auf die Insel und Jop der erste Eindruck ist grün und schön.

Machts gut und bis demnächst,
Euer Flo

2.4.14 02:13

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mum (3.4.14 00:44)
Lieber Flo,
Ich bin begeistert von den ausführlichen Blogs.
Dies ist eine Seite die ich bisher von dir nicht kannte.
. Mach bitte so weiter, ich freue mich über
jeden neuen Blog .
Weiterhin viel Spaß auf der Reise und ganz liebe Grüße
Mama

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